Pater Jiby wird schweren Herzens verabschiedet

„So viele schöne Erinnerungen nehme ich mit. Sie bleiben immer Teil meines Herzens, meiner Heimat“, ist sich Pater Jiby sicher. Nach fünf Jahren in der Pfarreiengemeinschaft Aindling hieß es nun Abschiednehmen für den Kaplan. Zu einem Dankgottesdienst kamen zahlreiche Gläubige in der Aindlinger Pfarrkirche zusammen, dazu rund 20 Fahnenabordnungen der Ortsvereine und die Erstkommunionkinder. Ganz besonders freute sich Pater Jiby, dass auch seine Mutter aus Indien mit dabei sein konnte.
In einem Kirchenzug, angeführt von der Aindlinger Musikkapelle, ging es vom Pfarrhof hoch zur Pfarrkirche. Pater Jiby wurde dabei von Pfarrer Babu, Geistlichem Rat Edmund Ernst und der alljährlichen „Urlaubsvertretung“ Dr. Andrzej Pastwa begleitet. Zu Beginn der Messfeier erinnerte Pfarrer Babu sich an den Anfang in Aindling im September 2014: „Wir haben fünf Jahre zusammen gearbeitet und überlegt, wie wir diese Gemeinde leiten und zusammenhalten. Ich habe Pater Jiby sehr geschätzt und war glücklich, ihn in unserer Mitte zu haben.“ Doch auch wenn der Abschied schwer falle, so der Geistliche weiter, sei es ja keine Trennung für immer. „So ist das Leben. Wir gehen weiter Schritt für Schritt und ich freue mich für Pater Jiby, dass es für ihn nun einen Schritt weiter geht im Leben.“
Am Ende der Messfeier bedankte sich Christiane Brand, Vorsitzende des Pastoralrats, bei Pater Jiby mit einem Gedicht (das Gedicht können Sie hier nachlesen) und überreichte ein Geschenk mit dem Auftrag, dies jetzt zu öffnen. Darin fand sich eine bestickte Stola, welche ihm Pfarrer Babu gleich umlegte. Auch Aindlings Pfarrgemeinderatsvorsitzende Franziska Kölbl verabschiedete sich und übereichte als Geschenk ein Fotobuch mit Bildern der letzten fünf Jahre: „Damit Sie uns nicht ganz vergessen.“
„Ich wurde von Anfang an herzlich aufgenommen“, sagte Pater Jiby, „und velasse diese Gemeinschaft nur schweren Herzens. Sie haben mir eine Heimat geschenkt.“ Doch Abschiednehmen gehöre zum Leben eines Priesters mit dazu: „Mit 15 Jahren musste ich mich von meiner Familie verabschieden und bin in den Orden im Norden Indiens eingetreten.“ Mit 32 Jahren hat der Kaplan seine Heimat Indien ganz verlassen und kam nach Deutschland. „Das Erste, was ich im Deutschunterricht gelernt habe, ist: ‚Nach der Messe, ist vor der Messe‘.“ Sein besonderer Dank galt Pfarrer Babu, der für ihn nicht wie ein Vorgesetzter, sondern wie ein älterer Bruder sei. „Von ihm habe ich viel gelernt.“
Musikalisch gestaltet wurde die Messfeier von den drei Kirchenchören aus Aindling, Todtenweis und Alsmoos-Petersdorf. Zum Abschluss sangen sie das Lied „May the road rise to meet you“, in dem es im Refrain übersetzt heißt: „Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand.“
Unter weißblauem Himmel fand nach dem Gottesdienst ein Sektumtrunk am Kirchenvorplatz statt. Hier konnten sich die Kirchenbesucher noch persönlich von Pater Jiby verabschieden und ein paar Worte mit ihm plaudern. Die drei Bürgermeister aus Aindling, Petersdorf und Todtenweis hatten für den Kaplan noch „heimatliche“ Geschenke im Gepäck, wie ein Luftbild von Aindling oder ein Buch über Wanderwege. Viele Gläubige bedauern den Weggang des Kaplans, der Ende August nach Violau umziehen wird. Sein Nachfolger Pater Nirdosch, ebenfalls aus Indien, wird im September in die Pfarreiengemeinschaft Aindling kommen. „Danke für das Geschenk im Menschen Kaplan Jiby“, fasste deshalb Pfarrer Babu die letzen fünf Jahre in einem Satz zusammen.

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